Wohnungswirtschaft

Mieterstrom für 142 Wohneinheiten mitten in Berlin

Strangsanierung, Zählerzentralisierung und Pilotprojekt: Wie Covivio in der Lehrter Straße gemeinsam mit ALVA Energie Mieterstrom für 143 Mietparteien an den Start gebracht hat – und was das für weitere Liegenschaften bedeutet.

Projektübersicht
Standort:
Berlin
Unternehmen
Covivio Immobilien GmbH
Branche
Betreibermodell:
Anlagenpacht
Genutzte Dachfläche:
Größe der Anlage:
108 kWp
Produzierte kWh jährlich:
Direktverbrauch:
Anzahl der Mietereinheiten/Gewerbe:
142 ME / 1 GE
davor
danach

Ausgangslage

Die Liegenschaft in der Lehrter Straße 1–4 liegt in direkter Nähe des Berliner Hauptbahnhofs und umfasst über 140 Mieteinheiten, verteilt auf vier Hausanschlüsse. Aufgrund der Gebäudegröße war das Mieterstrommodell besonders attraktiv – gleichzeitig war die Umsetzung komplex: Bei drei der vier Hausanschlüsse musste vor der PV-Installation eine vollständige Strangsanierung und Zentralisierung der Zählerplätze durchgeführt werden. Die meisten Mieterinnen und Mieter hatten ihre Stromzähler bislang noch in der Wohnung.

ALVA hat die Sanierungsmaßnahmen direkt mit der Installation der neuen PV-Anlage verknüpft – ein Vorgehen, das die Komplexität bündelt und die Basis für einen reibungslosen Mieterstrom-Betrieb legt.

Warum sich Covivio für ALVA entschieden hat

Covivio ist eines der größten Immobilienunternehmen Europas und bewirtschaftet in Deutschland über 40.000 Mieteinheiten. Für die Umsetzung von Mieterstrom war entscheidend, dass kein eigenes Fachpersonal aufgebaut und kein komplexes Betriebsmodell intern etabliert werden musste.

„Das Gesamtpaket, die Bündelung der relevanten Themen bei einem Partner, hat für ALVA gesprochen."
— Hanno Ribbing, Leiter Energie & Nachhaltigkeit, Covivio Deutschland

Im Modell von Covivio und ALVA bleibt Covivio Eigentümerin der PV-Anlagen und verpachtet diese an ALVA. Das ermöglicht eine nachhaltige Eigeninvestition, ohne die operative Komplexität des Mieterstroms selbst tragen zu müssen.

Drei Faktoren gaben den Ausschlag:

  1. Vollständige Entlastung: ALVA übernimmt Planung, Bau, Messkonzept mit virtuellem Summenzähler, Abrechnungssoftware sowie die gesamte Kommunikation mit Netzbetreiber und Behörden.
  2. Ein Ansprechpartner: Statt mehrerer Dienstleister koordiniert ALVA alle Maßnahmen – von der Sanierung bzw. dem Bau der PV-Anlage bis zum laufenden Betrieb als Energieversorger.
  3. Eigeninvestition ohne Aufwand: Covivio investiert in die Anlage und profitiert langfristig, ohne den operativen Betrieb selbst verantworten zu müssen.

Das Konzept

ALVA und Covivio haben das Projekt in zwei Phasen strukturiert:

Voraussetzungen schaffen: Bei drei der vier Hausanschlüsse wurden Strangsanierung und Zählerzentralisierung durchgeführt. Erst auf dieser Basis war ein rechtssicheres Mieterstrommodell mit virtuellem Summenzähler umsetzbar.

Mieterstrom in Betrieb nehmen: Die 108-kWp-PV-Anlage auf den Dächern der Liegenschaft erzeugt Solarstrom, der direkt im Gebäude genutzt wird. Über die Strommarke Karlssonn – Dein Strom vom Dach können Mieterinnen und Mieter den lokal erzeugten Strom beziehen – ohne Umweg über das öffentliche Netz.

Leistungen durch ALVA

ALVA begleitet das Projekt von der ersten Planung bis in den laufenden Betrieb:

  • Planung und Bau der PV-Anlagen
  • Koordination der Strangsanierung und Zählerzentralisierung
  • Intelligentes Messkonzept mit virtuellem Summenzähler
  • Kommunikation mit Netzbetreiber und Behörden
  • Abrechnungssoftware und Vertragsabwicklung
  • Mieterkommunikation über die Marke Karlssonn
  • Langfristiger Betrieb: Monitoring, Wartung, Kundenservice für Mieter:innen

Mieterfest: Solarstrom persönlich erlebbar machen

Zum Projektstart veranstalteten Covivio und ALVA am 2. Juni 2026 ein Mieterfest im Hinterhof der Lehrter Straße 1-4. Das Karlssonn-Team war mit einem Infostand vor Ort, beantwortete Fragen zu Tarifen und Anmeldung – bei Eis aus dem Eiswagen.

„Besonders gefreut hat mich die Möglichkeit, die Mieter:innen persönlich kennenzulernen. Im direkten Gespräch konnten wir Fragen beantworten und Unsicherheiten zum Thema Mieterstrom abbauen. Dabei wurde einmal mehr deutlich: Mieterstrom braucht Erklärung, wird aber sehr positiv aufgenommen, sobald die Menschen die Vorteile verstehen."
— Pola Deus, Mieterkommunikation, ALVA Energie / Karlssonn

Erste Mieterstrom-Verträge waren bereits zum Zeitpunkt des Festes geschlossen.

Ergebnis & Ausblick

Das Pilotprojekt in der Lehrter Straße zeigt, dass sich Mieterstrom auch bei komplexen Bestandsgebäuden mit mehreren Hausanschlüssen wirtschaftlich und technisch realisieren lässt. Wenn Betrieb und Mieterakzeptanz in der Lehrter Straße und weiteren kleinen Pilotprojekten überzeugen, plant Covivio die Ausweitung auf weitere Liegenschaften – insbesondere dort, wo die Berliner PV-Pflicht bei Neubauten und Dachsanierungen ohnehin eine Anlage erforderlich macht.

Für Covivio, Mieter:innen und Klima:

  • Eigentümerin: Nachhaltige Eigeninvestition, kein operativer Aufwand, ein Partner für alles
  • Mieter:innen: Günstiger, lokal erzeugter Solarstrom direkt vom eigenen Dach
  • Regulatorik: Wirtschaftliche Umsetzung der PV-Pflicht mit Mehrwert für alle Beteiligten

Auf Basis des Pilotprojekts in der Lehrter Straße plant Covivio die schrittweise Ausweitung von Mieterstrom auf weitere Liegenschaften im Berliner Bestand – zunächst über kleinere Pilotprojekte, perspektivisch als skalierbares Angebot.

„Wenn die Wirtschaftlichkeit in der Lehrter Straße und bei zwei weiteren Pilotprojekten gegeben ist, möchten wir das Angebot auf weitere Liegenschaften ausweiten."
— Hanno Ribbing, Leiter Energie & Nachhaltigkeit, Covivio Deutschland

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